Stacks Image 1325
Stacks Image 1326
Stacks Image 1327
Language:
Stacks Image 1328
Stacks Image 1329

Der Ort

Es war anno 1853, als der Wasserstand der Schweizer Seen so niedrig war, dass vielerorts morsche Pfähle, Knochen und allerhand Utensilien aus Keramik, Stein, Holz und Bronze zum Vorschein kamen, dass eine „europäische Pfahlbautheorie“ entwickelt wurde. Diese wiederum spornte ein Aufgebot forschungslustiger Bauern, Fischer, Lehrer und Pfarrer an, selbst nach Überresten von Pfahlbauten zu suchen. Und sie wurden fündig. Innerhalb von zehn Jahren wurden in der Schweiz und am deutschen Bodenseeufer mehr als 50 Pfahlbausiedlungen entdeckt. So kam es, dass im Jahr 1922 Bürgermeister Georg Sulger das Unteruhldinger Pfahlbaumuseum gründete, das nunmehr älteste Freilichtmuseum Deutschlands, welches im Jahr 2011 von der Unesco in das "Weltkulturerbe" Verzeichnis aufgenommen wurde.

Damit mauserte sich Unteruhldingen schon nach dem Ersten Weltkrieg vom Fischerdorf zum Fremdenverkehrsort, aber in seiner Beschaulichkeit ist es bis dato eine Trouvaille unter den Gemeinden am Bodensee geblieben. Am Hafen macht eine breite Auswahl von Gaststätten und Wirtshäusern dem Besucher manierlich ihre Aufwartung, aber Leuchtreklame und Souvenirstände, die ihm andernorts mit Flitter und Tand die Sicht aufs Wesentliche versperren, hat er nicht zu befürchten.

Unteruhldingen liegt am nördlichen Ufer des Bodensees. Anders als unsere Schweizer Nachbarn, denen die Sonne den Rücken wärmt, sehen wir sie zu jeder Tageszeit über dem See, bis sie abends - oft mit pompösem Farbspektakel - darin versinkt.

Dass das Wandern des Müllers Lust sei, ist nicht von ungefähr eine aus der Romantik stammende Auffassung. Mit dem Mühlenrad als Schicksalssymbol und dem schwärmerisch verklärten Müllerleben eng verbunden war die Vorstellung einer ursprünglichen Natur, die man selbstverständlich per pedes erschloss. In Unteruhldingen und Umgebung findet sie sich noch, jene unberührte Natur. Unmittelbar am Ortsrand beginnen zahlreiche Ufer- und Waldwanderwege. Auch liegt der Ort am Bodenseeradwanderweg; sämtliche Touren führen hier vorbei, und den Drahtesel dazu können Sie bei uns leihen.

Was auf dem Lande das Wandern, ist in der Stadt das Flanieren. Und wer die stillen Gassen und Cafés Unteruhldingens ausgiebig durchstreift hat, dem bleibt in den Nachbarstädten noch viel zu entdecken, als da wären Meersburg, die Heimat der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, die Universitätsstadt Konstanz oder Überlingen, welches sich als Mitglied der ‚Cittaslow’ der Entschleunigung und Erhöhung der Lebensqualität in Städten verschrieben hat.

Aber nicht nur um Fuß- und Fahrradwege ist es hier gut bestellt, sondern auch mit Bahnen, Bussen oder – schöner noch – mit den Schiffen der „weißen Flotte“, die am gesamten Rhein- und Bodenseeufer anlegen. Zudem quert eine Autofähre, drei Kilometer vom Hotel entfernt, den See in Richtung Süden nach Zürich und Konstanz. Bei alledem ist Unteruhldingen selbst verkehrsberuhigt, so dass unsere Gäste ihren fahrbaren Untersatz auf dem hoteleigenen Parkplatz abstellen können, aber von keinerlei Durchgangsverkehr inkommodiert werden.

Der See

Wasser, Hügel und Wälder. Puristen unter den Bodenseereisenden wissen, dass es in diesem Landstrich nur weniger Dinge bedarf, um in den Sommerferien auf seine Kosten zu kommen. Beispielshalber muss man einmal frühmorgens per Fahrrad und in kurzen Hosen Hänge mit frisch gemähten Wiesen hinabgerollt oder unter der Mittagssonne im knisternden Schilfgras eingeschlafen sein, man muss sich am Bug einer Fähre die Haartracht zausen lassen haben, und man muss im Dämmer der Sterne in den nachtschwarzen See getaucht sein.

Doch für diejenigen, die darüber hinaus noch die Lust am Entdecken kitzelt, haben wir einige lohnenswerte Ausflugsziele, Sehenswürdigkeiten und Touren zusammengestellt. Naheliegend ist etwa die Burg Meersburg, in dem Annette von Droste-Hülshoff ihre letzten acht Lebensjahre verbrachte und von wo aus sie schrieb: "Auf der Burg haus' ich am Berge, / Unter mir der blaue See...".

In der Stiftsbibliothek des ehemaligen Benediktinerstifts St. Gallen, einem der ältesten Klosterbibliotheken der Welt, sind in jährlich wechselnden Ausstellungen mittelalterliche Manuskript- und Inkunabelbestände zu sehen. Sie gehört heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Ebenfalls Teil dieses Erbes ist die Insel Reichenau; das dortige Kloster zählt zu den bedeutendsten der karolingischen Zeit.

Und da wir bei den Eilanden im Bodensee sind - das drittgrößte gehört der schwedischstämmigen Adelsfamilie Bernadotte, die von ihr schrieb: „Sie ist eine kokette kleine Dame, diese Mainau, die stets und ständig große Aufmerksamkeit fordert, noch mehr Liebe und vor allem unaufhörlich neue Kleider.“

Anmeldung